Hufkrankheiten

Hufrehe – der Albtraum für jeden Pferdebesitzer! Hufrehe ist eine Erkrankung des Hufs die immer häufiger vorkommt. Wird die Hufrehe falsch oder gar nicht behandelt bedeutet dies im schlimmsten Fall den Verlust des Pferdes. Wichtig ist als Pferdehalter eines von Hufrehe betroffenen Pferdes die Fragen beantworten zu können: „Was ist Hufrehe? Und was passiert


Hufkrankheiten

Abbildung Hufkrankheiten: Hufbein in Normallage – Hufbeinrotation – Hufbeinsenkung.

Die Erkrankung der Hufe bedeutet den Ausfall der Pferde und deren Nutzung und im schlimmsten Fall auch den Verlust des Pferdes!

Verschiedene Theorien und Hypothesen an die Herangehensweisen und Therapie-Massnahmen von Hufrehe spuken durch die „Fachliteratur“ und die neuen Medien. Ein Dschungel von Informationen, welche die Pferdebesitzer mehr verwirren statt ihnen zu helfen.

Wir entwirren die vielen Theorien und Hypothesen:

Wenn wir uns erst einmal darüber im Klaren sind, wodurch Hufkrankheiten wie Hufrehe ausgelöst wird und warum es bei einigen Tieren zur Absenkung oder Rotation des Hufbeins kommt, dann bleibt in der logischen Konsequenz nur das Ziel, dass die Heilung von uns dahingehend unterstützt wird, dass die Hufe wieder zu einer natürlichen Form finden.

Die bereits primär durch eine unphysiologische Hufkapsel hervorgerufene Entzündung der überlasteten Huflederhaut im Zehenbereich wird durch weitere entzündungsfördernde Faktoren verstärkt.

 

Die Rolle der Hufsituation bei der Entstehung der Hufrehe wird noch immer unterschätzt. Dabei sind Hufsituationen geradezu prädestiniert und nach unserer Auffassung sogar in den meisten Fällen die Hauptursache, dass eine schwere Hufrehe entstehen kann.

Diese These wird dadurch gestützt, dass die Pferde an den Vorderhufen, in der Regel, grösseren Schaden nehmen und die Hinterhufe die entzündlichen Schübe unauffällig überstehen. Aufgrund des natürlichen Bewegungsablaufes eines Pferdes, der Winkelung und der Hebel an der Hinterhand und der von der Natur aus gegebenen Lastverteilung zwischen Vorder- und Hinterhand sind die Hufbeinträger der Hinterhufe im Zehenbereich intakter und nicht den gleichen mechanischen Einwirkungen wie in den Vorderhufen ausgesetzt.

Bei einer in Kurzintervallen in einer funktionalen und natürlichen Form gehaltenen Hufkapsel können die meisten anderen Einflüsse wie Stoffwechsel-Störungen, Nachgeburtsverhaltung, Infektionen oder Überlastung abgefangen bzw. frühzeitig erkannt werden, um die notwendigen Massnahmen einzuleiten. Dabei kann man sich anschliessend nur noch auf die Ausschaltung der übrigen Verstärker der Entzündung konzentrieren.

Wir sehen die Hufbearbeitung als den Hauptpfeiler der Präventivmassnahmen zur Vermeidung von Hufkrankheiten wie Hufrehe. Hinzu kommen die weiteren wichtigen Komponenten der ganzheitlichen Pferdehaltung und Pferdepflege wie die richtige Pferdehaltung, Bewegung und Fütterung. Dabei liefern uns die wildlebenden Verwandten die besten Grundlagen, wie diese Komponenten aufgebaut werden müssen.

Therapieformen

Auch bei der oftmals zeit- und kostenintensiven Rehabilitation der Pferde empfiehlt es sich eine natürliche und damit nachhaltige Herangehensweise zu wählen und von Symptombekämpfungen abzusehen.

Nach einem überstandenen akuten Schub gilt es immer die Durchblutung im Huf zu unterstützen, um einen erhöhten Stoffwechsel zu erreichen. Ein hoher Stoffwechsel bedeutet eine bessere Heilung.

Dem viel propagierten Hochstellen der Trachten, um eine Rotation des Hufbeins vorzubeugen lehnen wir ab. Die Nachteile dieser Methode überwiegen den sich schnell verflüchtigenden Vorteil einer fraglichen Abmilderung des Zuges der tiefen Beugesehne auf das Hufbein.

Die Muskulatur wird sich innert weniger Stunden ohnehin verkürzen, um sich den veränderten Zugverhältnissen anzupassen. Durch den steilen Hufwinkel wird die Durchblutung des Hufes insbesondere im Zehenbereich reduziert und das Gewicht des Körpers wird noch mehr auf die bereits entzündete Zehenwand verlagert. Diese Massnahme fördert eine Rotation des Hufbeins und eine weitere Schädigung des Hufbeinträgers.

Die Natur hilft uns auch hier vergleichbar, die Wahrheit zu entdecken. Das natürliche Verhalten von Pferden ist es, die Zehe zu entlasten und eine Trachtenfussung zu zeigen. So macht es grundsätzlich jedes von Hufrehe betroffene Pferd. Das Pferd selber, weiss schliesslich am besten, wie der Schmerz abgemildert wird und welche Stellung und Bewegung eine Erleichterung verschafft. Eine Erhöhung der Trachten richtet sich somit unmittelbar gegen die natürlichen Bedürfnisse der Pferde.

Schmerzen

Ein weiterer umstrittener Punkt ist der Einsatz von Schmerzmittel. Einige sprechen sich im Zeichen des Tierschutzes für eine starke Medikamentation aus, während andere grundsätzlich gegen jegliche Medikamentation sind, da sie den Stoffwechsel zusätzlich belasten.

Auch hier liefert uns die Natur die Antwort: „Schmerz ist ein natürlicher Schutz des Körpers vor Überlastung“. Die Pferde bewegen sich daher nur so viel wie nötig, um mit der Herde Schritt zu halten. Schmerzmittel sollten unserer Meinung nach mit Zurückhaltung eingesetzt werden, da es wichtig ist, dass die geschädigten Hufe nicht überlastet werden.

Dennoch sehen wir es als Vorteil an, den Pferden möglichst eine schmerzfreie Heilung bieten zu können. Hier gibt es einige natürliche Alternativen zur Linderung von Schmerzen die wunderbar wirken.

Fütterung

Betreffend Fütterung der Pferde herrschen unterschiedliche Meinungen. Diese wird bei Hufkrankheiten wie Hufrehepferden oftmals in Form von restriktiven Diäten und unzähligen Futterzusätzen gestaltet. Für die Heilung einer geschädigten Struktur werden Stoffe in ausreichender Menge benötigt. Die Natur hält auch hier die Antworten bereit: Strukturreiches Heu, ein natürliches Mineralfutter und ausgewählte Kräuter sind die Futtermittel der Wahl.
Das Heu sollte nach Möglichkeit rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Auch eine Gewichtsreduktion sollte nie allein nur durch Reduktion des Futters erfolgen. Durch das Verwenden von Heunetzen oder „Heutoys“ kann die Fresszeit verlängert werden. Auch kann durch das Wässern von Heu ein Teil des kalorienreichen Zuckers ausgewaschen werden.