Pferdehuf Blog. Die Trachten – Das Fundament der Pferdehufe

Pferdehuf Trachten Quarterhorse.farmWohl kaum ein Teil des Pferdehufes wird so kontrovers diskutiert und behandelt wie die Pferdehuf Trachten.
Dies obschon sie eine zentrale Rolle bei der Hufgesundheit zukommt. Die Trachten sind der Schlüsselbereich für einen Hochleistungsbarhuf.

Wie erkenne ich, wenn die Trachten untergeschoben oder eingerollt sind? Wie erkenne ich, dass der Trachtenbereich nicht einwandfrei funktioniert. Doch welches ist die richtige Trachtenhöhe und –länger?

 

 

Aufgabe der Trachten

Zusammen mit den Ballen und dem Strahl nehmen sie die erste Aufschlagsenergie in der Bewegung auf. Das Strahlpolster ist dabei das wichtigste Nervenzentrum, da dort die meisten Propriorezeptoren im Huf zu finden sind. Dieses wandelt sich bei korrekter Stimulierung im Laufe des Pferdelebens aus Fettgewebe in kräftige Knorpelfasern um, welche genügend Schutz für die sensiblen Nerven liefern. Jeder korrekte Schritt des Fohlens führt zur Entwicklung dieser wichtigen Knorpelfasern. Bei domestizierten Pferden finden wir oft eine ungenügende Entwicklung der Knorpel und Strahlpolster. Die Knorpelfasern sind nicht vollständig ausgebildet und enden auf halber Strecke durch das Strahlposter. Ausserdem finden wir einen unterentwickelten Strahl, welcher seine Funktionen nicht oder nur eingeschränkt erfüllen kann.

 

Woran erkenne ich, dass die Trachten nicht korrekt sind?

  1. Das Pferd läuft fühlig oder zeigt eine plane oder Zehenlandung
  2. Die Sohle des Pferdes ist dünn
  3. Das Pferd hat keine Sohlenwölbung (konkav unter dem Hufbein und konvex am Ran der Sohle)
  4. Der Strahl ist schwach oder zeigt Fäulnis
  5. Der Strahl ist plattgedrückt
  6. Die Ballen sind zusammengedrückt und zeigen eine typische Herzform
  7. Das Pferd hat gut sichtbare Hufringe
  8. Die Hufringe verändern im Bereich der Trachten ihren Verlauf
  9. Die Hornrörchen ändern innerhalb der Hufwand ihren Winkel
  10. Der Haarsaum oberhalb der Ballen zeigt keinen horizontalen Verlauf sondern fällt zum Strahl hin ab
  11. Hufgeschwüre im hinteren Hufbereich
  12. Hufrehen
  13. Milchtaschen im Strahl
  14. Die Ballenhaut ist gedehnt

PFerdehuf Wildpferde vs Pferdehuf einheimische Pferde

Vergleich schlechter Pferdehuf, guter Pferdehuf Huf

Schlechter PFerdehuf vs guter Pferdehuf

Ermittlung der individuellen korrekten Trachtenhöhe

Grundsätzlich orientiert man sich an der lebenden Sohle und lässt die Trachten ca. 1 bis 2 mm höher als die lebende Sohle in der Trachtenecke. Dieser Grundsatz ist aber nur bei vollkommen gesunden Hufen anwendbar.
Bei deformierten Hufen und unterentwickelten Strahlpolstern helfen uns weitere Anhaltspunkte.
Gesunde Hufe zeigen eine Trachtenlänge zwischen 4.5 cm bis 5 cm vom Haarsaum bis an die Trachtenendkante gemessen. Selbstverständlich weichen sehr grosse und die kleinen Vertreter der Pferde von dieser Längenangabe ab.
Bei zu langen Trachten zeigen sogenannte „Stresspunkte“ in der Trachenwand an, wo die korrekte Länge der Trachten zu finden wäre. Bei den „Stresspunkten“ handelt es sich um Richtungsänderungen der Hörnrörchen, welche aufgrund der einwirkenden mechanischen Kräfte entstehen. Es ist nun aber ein Fehler generell die Trachten auf diese Höhe einzukürzen. Diese bilden nur einen Anhaltspunkt. Der Zustand der Strahlpolster und der Laufkomfort des Pferdes sind immer prioritär zu würdigen.
Zu kurze Trachten sind genau so wie zu lange Trachten ein Problem für das Pferd. Leider lassen sich viele Hufbearbeiter dazu hinreissen, die Trachten zu stark einzukürzen, damit die Hufe einem Idealbild entsprechen. Extremisten kürzen die Trachten sogar so stark ein, dass ein bodenparalleles Hufbein resultiert. Aufgrund der inneren Strukturen ist aber von einem positiven palmaren und plantaren Winkel des Hufbeins zum Boden von 5 bis 10 Grad auszugehen. Nur dadurch kann sich die maximale Sohlendicke ausbilden und der Strahl hat genügend Raum um sich zu entwickeln.
Durch zu kurze Trachten wird der hintere Teil des Hufes empfindlich gemacht und der Bewegungsablauf verändert sich hin zu einer Zehenlandung. Generell zeigt sich das Pferd fühlig. Insbesondere auf unebenen Böden. Nicht selten findet man sogennante „Nottrachten“, wo die Eckstrebe und die seitliche Hufwand die Funktion und das Aussehen der Trachtenecke übernehmen. Die gesamte Trachte muss dann rekonstruiert werden, was mehrere Wochen und Monate in Anspruch nehmen kann. Teilweise benötigen die Pferde während dieser Zeit einen permanenten Hufschutz, da der Strahl praktisch keine Substanz zeigt und die Hufknorpel in eine tiefere Position gerutscht sind und nicht mehr an ihrer natürlichen Position gestützt werden. Nach der Widerherstellung der Trachten werden die Hufknorpel wieder an Ort gehalten und die gedehnte Ballenhaut wird durch eine starke Strahlhaut ersetzt. Der Strahl gewinnt in der Höhe und Breite an Substanz. Der Verlauf der Haarlinie im Ballenbereich wird wieder horizontal. Die Hufringe zeigen einen gleichmässigen Verlauf in der Horizontalen. Ausserdem zeigen die Hornrörchen einen

Untergeschobene, eingerollte Pferdehuf Trachten und Trachtenzwang

Deformationen im Trachtenbereich zeigen auf, dass der Huf nicht in Balance ist und das Pferd keinen korrekten Bewegungsablauf zeigt. Hier bestätigt die Ausnahme die Regel. Je nach Hufwinkeln zeigen sich die Deformationen der Hufkapsel in verschiedenen Ausprägungen der Trachten. Steile Hufe neigen zum Einrollen während Hufe mit flachen Winkeln unterschieben.

Pferdehuf - untergeschobene Trachten

Die Abnützung des Pferdehufes als Anhaltspunkt für die Bearbeitung

Bei einer ausbalancierten Hufkapsel und einem korrekten Bewegungsablauf des Pferdes, können am gesamten Huf gleich viel Material entfernt werden. Bei ausbalancierten Hufen und Pferden mit genügend Bewegung ist keine Korrektur der Trachten mehr notwendig. Diese Nützen sich selber auf die korrekte Höhe ab. Bei einem schmerzenden hinteren Hufbereich wird man mehr Abnutzung in der Zehe finden als in den Trachten. Dann sollte man die Trachten länger lassen, damit das Pferd diesen Bereich wieder besser benützt. Es gibt Bearbeiter, welche argumentieren, dass der Hufmechanismus durch das Erstellen gewisser Winkel am Huf maximiert werden muss. Dies kann aber nicht durch das Arbeiten nach Winkeln erreicht werden. Viel mehr muss der Huf in der Bewegung korrekt funktionieren.

Es ist ein kapitaler Fehler, einen Huf auf harten Böden im Stand abschliessend beurteilen zu wollen. Erst die Bewegung des Pferde zeigt, ob der Huf optimal für das Pferd uns seine Bedürfnisse funktioniert.

Mehr Quarterhorse Themen: